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Sehstörungen und visuelle Verarbeitung

Seilspringen und der Blick – eine Erfahrung aus meiner Praxis

Tino Both · 24.10.2026 · 4 Min. Lesezeit

Titelgrafik: Seilspringen. Und der Blick. Eine anonymisierte Praxiserfahrung mit einem auffälligen Test und einer späteren Rückmeldung.
Manche Schwierigkeiten erwähnen wir erst, wenn jemand genauer nachfragt. Sie gehören so selbstverständlich zum eigenen Bewegungsalltag, dass wir sie gar nicht als Anliegen betrachten. Eine Erfahrung mit einer Frau und dem Seilspringen hat mich daran wieder erinnert. Zunächst stand kein Problem im Raum Als wir zu arbeiten begannen, nannte die Frau zunächst nichts, das ihr fehle. Im weiteren Verlauf erzählte sie dann, dass sie beim Seilspringen Schwierigkeiten mit dem Blick habe. Auch eine einbeinige Standwaage fiel ihr auf einer Seite schwer. Das waren konkrete Aufgaben, bei denen genaueres Hinschauen sinnvoll wurde. Denn „Im Großen und Ganzen geht es mir gut“ und „Bei dieser Bewegung wird es schwierig“ können gleichzeitig zutreffen. Auffällig war die Blickfolge nach oben Wir schauten uns die sensorischen Anforderungen genauer an. Besonders auffällig war eine Blickfolge nach oben: Die Augen sollten einem bewegten Ziel in diese Richtung folgen. Während dieser Anforderung konnten die geprüften Muskeln einer kontrolliert steigenden Belastung nicht mehr so gut entgegenhalten. Ich beschreibe damit eine Beobachtung in dieser konkreten Testsituation. Die veränderte Kraftkontrolle machte die Blickaufgabe für die weitere Arbeit interessant. Sie allein lokalisiert keine Störung in einem bestimmten Hirnareal. Nach der Intervention änderte sich der Vergleich Ich setzte anschließend einen Kontakt ein, der innerhalb der verwendeten neurofunktionellen Methode dem Mittelhirn zugeordnet wird. Direkt danach waren die zuvor beobachteten Auffälligkeiten etwas geringer. Die Zuordnung beschreibt die Arbeitsweise der Methode. Beobachtet wurde die veränderte Reaktion im erneuten Test. Daraus lässt sich nicht ablesen, welches Gewebe durch den Kontakt beeinflusst wurde oder wodurch die Veränderung entstand. Später kam eine Nachricht zum Seilspringen Einige Zeit später schrieb die Frau mir noch einmal. Sinngemäß berichtete sie, dass ihr Seilspringen inzwischen überhaupt keine Probleme mehr bereite. Diese Rückmeldung hat mich besonders gefreut. Denn die eigentliche Frage war nicht, ob ein Test im Termin anders ausfällt. Es ging um eine Bewegung, die für sie vorher schwierig gewesen war. Ihre Nachricht bezog sich genau auf diese Alltagserfahrung. Zwei Beobachtungen zu unterschiedlichen ZeitpunktenDirekt nach der Intervention waren die Testauffälligkeiten etwas geringer. Später berichtete die Frau von problemlosem Seilspringen. Diese Rückmeldung ist ihre persönliche Erfahrung; sie wurde nicht durch einen erneuten standardisierten Test überprüft. Was ich aus dieser Erfahrung mitnehme Mich interessiert an solchen Situationen, wie lange eine Schwierigkeit unbemerkt zum eigenen Selbstbild gehören kann. Vielleicht sagt jemand gar nicht: Ich habe ein Problem. Sondern: Seilspringen liegt mir eben nicht. Oder: Auf diesem Bein kann ich die Übung halt nicht. Eine präzisere Frage kann dann einen neuen Ansatz eröffnen. Bei welcher Teilaufgabe verändert sich etwas? Was lässt sich gezielt beeinflussen? Und wird die ursprüngliche Bewegung dadurch tatsächlich leichter? Diese Geschichte beantwortet das für einen einzelnen Verlauf. Sie verspricht weder denselben Effekt für andere Menschen noch eine feste Zahl an Terminen. Sie ist für mich ein guter Grund, bei scheinbar feststehenden Grenzen neugierig zu bleiben. Was heißt das für deine Bewegung Wenn du eine bestimmte Bewegung gern besser können würdest, beschreibe sie so konkret wie möglich. Welche Situation ist schwierig? Was bemerkst du mit dem Blick? Ist es auf einer Seite anders? Solche Angaben helfen bei der Auswahl einer passenden Prüfung. Neue oder anhaltende Sehbeschwerden, Doppelbilder oder Augenschmerzen gehören augenärztlich abgeklärt. Eine funktionelle Betrachtung von Sehen und Bewegung kann bei passenden Fragen ergänzen. Du möchtest eine Schwierigkeit genauer verstehenIm kostenfreien Erstgespräch schilderst du mir dein Anliegen. Gemeinsam klären wir, ob eine funktionelle Prüfung zu deiner Situation passt. Kostenfreies Erstgespräch kennenlernen
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