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Konzentration, Lernen & Nervensystem bei Kindern

Neurofunktionelle Testung bei Kindern: Was Eltern erwarten können

Tino Both · · 8 Min. Lesezeit

Neurofunktionelle Testung bei Kindern: Was Eltern erwarten können
Kurz erklärt: Bei der neurofunktionellen Testung von Kindern schaue ich, wie Wahrnehmung und Bewegung bei einer konkreten Alltagsaufgabe zusammenspielen. Wir wählen einen nachvollziehbaren Ausgangspunkt, prüfen passende Funktionen und vergleichen die Reaktion auf gezielte Reize. Dein Kind muss dabei nichts beweisen.
Du möchtest erst einmal wissen, ob das zu deinem Kind passt?Beschreibe mir eine Situation, die euch beschäftigt: etwa mühsame Hausaufgaben, unsicheres Bewegen oder schnelles Ermüden beim Lesen. Im telefonischen Erstgespräch klären wir, ob eine funktionelle Betrachtung in Vilshofen sinnvoll anschließen kann.

Fragen zur Testung deines Kindes besprechen →
Das telefonische Erstgespräch ist kostenfrei.
Ein Termin, in dem dein Kind nicht nur „funktionieren“ soll
Vielleicht hat dein Kind schon häufig gehört, was nicht klappt. Es soll genauer lesen, ruhiger sitzen oder sich mehr konzentrieren. Da ist die Sorge verständlich, dass ein weiterer Termin wieder vor allem Schwierigkeiten sichtbar macht. Mir geht es um eine andere Frage: Unter welchen Bedingungen gelingt eine Aufgabe – und was macht sie unnötig anstrengend?
Dazu gehört auch, was dein Kind gern macht und gut kann. Ein Kind, das beim Bauen ausdauernd ist, beim Abschreiben aber schnell aufgibt, bringt bereits eine wichtige Information mit. Wir müssen nicht seine gesamte Aufmerksamkeit infrage stellen. Wir können genauer auf die Anforderungen beim Abschreiben schauen.
Am Anfang steht eine Situation, keine lange Liste von Tests
„Die Schule ist schwierig“ beschreibt eure Belastung, ist für einen gezielten Vergleich aber noch sehr groß. Hilfreicher ist beispielsweise: „Nach wenigen Zeilen schmerzt die Hand“ oder „Beim Wechsel zwischen Vorlage und Heft geht die Stelle verloren“. Gemeinsam machen wir daraus eine kleine Aufgabe, die zum Alter und zur aktuellen Belastbarkeit passt.
Was du zum ersten Termin beitragen kannstEine typische Situation: Wann fällt euch die Schwierigkeit auf?

Ein Unterschied: Wann klappt etwas Ähnliches besser?

Das Erleben deines Kindes: Was fühlt sich dabei anstrengend, unangenehm oder verwirrend an?

Eine vorhandene Arbeitsprobe kann die Beschreibung erleichtern. Relevante Befunde oder bereits laufende Unterstützung helfen, das Vorgehen passend einzuordnen. Du musst dafür kein neues Beobachtungsprotokoll erstellen.
Was wird bei Kindern funktionell angeschaut?
Das richtet sich nach eurem Anliegen. Bei einer Schreibaufgabe können beispielsweise die Führung der Hand, eine angenehme Sitzposition oder der Blickwechsel zur Vorlage interessant sein. Bei Unsicherheit in Bewegung eher Orientierung, einfache Schrittfolgen oder das Zusammenspiel von Blick und Kopfbewegung. Nicht jedes Kind braucht jedes dieser Themen.
Die Aufgaben können spielerisch aussehen: ein Ziel ansehen, eine Bewegung nachmachen, etwas gezielt berühren oder eine kurze Folge ausführen. Entscheidend ist, dass die Aufgabe verstanden wurde. Ein unbekannter Auftrag, Müdigkeit oder Aufregung sollen nicht mit einer funktionellen Schwierigkeit verwechselt werden.
Ein Vergleich braucht verlässliche BedingungenBevor ein Reiz bewertet wird, muss die Ausgangsaufgabe ausreichend nachvollziehbar sein. Ich achte deshalb auf dieselbe Anweisung, eine passende Dauer und vergleichbare Bedingungen. Wird eine Aufgabe erst beim zweiten Versuch verstanden, ist das zunächst ein Lernfortschritt.
Wie ich eine ausgewählte Verbindung genauer prüfe
Angewandte Neurofunktion verbindet in meiner Arbeit die Beobachtung konkreter Aufgaben mit gezielten Funktionsprüfungen. Wenn eine ergänzende Reizprüfung sinnvoll ist, kann ich einen Indikatormuskel nutzen. Dein Kind hält dabei gegen einen dosierten Widerstand. Es geht um eine verlässliche Reaktion unter definierten Bedingungen, nicht um einen Wettbewerb, wer stärker ist. Der Muskel wird so gewählt, dass der Test schmerzfrei möglich ist.
Vom Indikatormuskel zurück zur Alltagsaufgabe1. Einen geeigneten Muskel finden. Zuerst prüfe ich, ob die Ausgangsreaktion zuverlässig testbar ist.

2. Eine konkrete Verbindung abfragen. Ein definierter Reiz oder passende Kontakte richten die Testung auf die gewählte Fragestellung, etwa einen bestimmten visuellen oder körperbezogenen Funktionsbezug.

3. Die Reaktion vergleichen. Innerhalb dieser Testsystematik wird eine auffällige Hemmung von einer erwartbaren physiologischen Reaktion unterschieden.

4. Einen passenden Lösungsinput suchen. Verglichen werden wiederholt der ursprüngliche Reiz allein und der Reiz zusammen mit dem zusätzlichen Input. Gesucht wird eine nachvollziehbare Veränderung der auffälligen Reaktion.

5. Integrieren und erneut abfragen. Nach der methodischen Integration wird derselbe ursprüngliche Reiz ohne den zusätzlichen Lösungsinput nochmals geprüft.

6. Die Ausgangsaufgabe wiederholen. Danach interessiert uns, ob beispielsweise das gezielte Greifen, die Bewegung oder die kurze Schreibaufgabe leichter gelingt.
Diese beiden Ebenen gehören für mich zusammen: die methodische Testreaktion und das Erleben deines Kindes bei der eigentlichen Aufgabe. Ein stabiler Indikatormuskel ist nicht das Alltagsziel. Wichtiger ist, ob dein Kind etwas besser nutzen kann – und ob sich das auch außerhalb des Termins bewährt.
Ein mögliches Beispiel: Den Blick wechseln, ohne die Stelle zu verlieren
Ein Kind findet nach dem Blick zur Vorlage seine Stelle im Heft nur mühsam wieder. Wir wählen eine kurze, gut verstandene Aufgabe mit wenigen Zeichen. Zuerst bleibt die Vorlage direkt neben dem Heft. Anschließend verändern wir gezielt ihre Position und beobachten, wann das Wiederfinden anstrengend wird.
Ergibt sich daraus eine passende Frage an die Blicksteuerung, kann ich diese genauer prüfen und einen kleinen, verträglichen visuellen Input auswählen. Danach folgt wieder die ursprüngliche Aufgabe. Wir vergleichen nicht nur das Tempo: Findet das Kind die Stelle leichter? Bleibt es genau? Wie anstrengend fühlt es sich an?
Eine günstigere Reaktion kann einen Ansatzpunkt für die weitere Arbeit liefern. Bleibt sie aus, verändern wir nicht einfach immer mehr Dinge gleichzeitig. Wir überprüfen die Ausgangsfrage und wählen gegebenenfalls einen anderen Einstieg.
Was passiert, wenn mein Kind nicht mitmachen möchte?
Dann wird aus dem Termin kein Durchhalte-Test. Eine Aufgabe kann erklärt, vereinfacht, spielerischer gestaltet oder unterbrochen werden. Wenn eine verlässliche Mitarbeit gerade nicht möglich ist, lässt sich aus dem Versuch auch kein verlässlicher Vergleich gewinnen. Das Tempo muss zum Kind passen.
Du kannst deinem Kind vorher schlicht sagen: „Wir schauen zusammen, was dir bei einer schwierigen Aufgabe helfen könnte.“ Es braucht weder eingeübte Antworten noch das Versprechen, dass hinterher alles leicht wird. Die eigene Rückmeldung deines Kindes ist ausdrücklich wichtig.
Was nehmen Eltern aus der Testung mit?
Das Ziel ist eine verständliche nächste Entscheidung: Welche Beobachtung war bedeutsam? Welche Veränderung war verträglich? Was lohnt sich weiterzuverfolgen? Daraus kann ein ausgewählter Trainingsimpuls, eine Anpassung der Aufgabe oder auch die Empfehlung entstehen, eine offene Frage zunächst anderweitig zu klären.
Wenn ihr etwas im Alltag ausprobiert, sollte klar sein, woran ihr Nutzen erkennt. „Das Nervensystem trainieren“ ist dafür zu unbestimmt. „Bei der kurzen Abschreibaufgabe die Stelle leichter wiederfinden“ ist greifbarer. Auch Aufwand und Bereitschaft des Kindes gehören in diese Bewertung.
Wann andere Fachstellen dazugehören
Anhaltende Lernschwierigkeiten, deutliche Entwicklungsauffälligkeiten, wiederkehrende Schmerzen oder Seh- und Hörbeschwerden sollten kinderärztlich beziehungsweise fachlich eingeordnet werden. Je nach Thema sind Schule, Ergotherapie, Augenheilkunde oder Schulpsychologie wichtige Partner. Das IQWiG: ADHS – Beschwerden, Abklärung und Unterstützung erläutert beispielsweise, weshalb bei ausgeprägter Unaufmerksamkeit verschiedene Lebensbereiche und mögliche andere Auslöser betrachtet werden.
Häufige Fragen zur neurofunktionellen Testung bei Kindern
Braucht mein Kind vorher eine Diagnose?Für ein erstes Gespräch brauchst du keine fertige Erklärung. Vorhandene Befunde und offene medizinische Fragen gehören aber dazu, damit der nächste Schritt sinnvoll gewählt werden kann.
Ist der Muskeltest anstrengend oder schmerzhaft?Er soll dosiert und schmerzfrei erfolgen. Wenn die Reaktion durch Unbehagen, Erschöpfung oder eine nicht verstandene Aufgabe beeinflusst wird, müssen die Bedingungen angepasst werden.
Merken wir sofort eine Veränderung?Eine Aufgabe kann sich bereits im Termin anders anfühlen. Das lässt sich nicht vorhersagen. Für den weiteren Nutzen zählen wiederholte Beobachtungen und die Umsetzung im Alltag.
Müssen wir danach viele Übungen machen?Ein umfangreicher Übungskatalog ist nicht das Ziel. Sinnvoller ist ein überschaubarer Ansatz, dessen Durchführung und Zweck ihr versteht und der sich in euren Alltag einfügen lässt.
Ein nachvollziehbarer erster Schritt statt noch mehr Druck
Du musst vor einem Kontakt nicht entscheiden können, ob eher Sehen, Bewegung oder Aufmerksamkeit im Vordergrund steht. Genau diese Sortierung kann am Anfang stehen. In meiner Arbeit mit Angewandter Neurofunktion in Vilshofen geht es darum, aus einer belastenden Alltagssituation eine konkrete, überprüfbare Frage zu machen.
Welche Aufgabe sollte deinem Kind leichter fallen?Mit dieser Frage können wir beginnen. Erzähle mir im Erstgespräch, was euch beschäftigt und welche Unterstützung bereits besteht. Gemeinsam klären wir, ob und wie ich euch sinnvoll unterstützen kann.

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