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Kurs
Neurozentriertes Training bei KANZLSPERGER: Ein roter Faden und viele Aha-Momente

Erst die akustische Orientierung trainieren – und anschließend gelingt eine Aufgabe zur peripheren Wahrnehmung deutlich besser. Solche Momente bleiben im Kopf. Bei meiner zweiten Schulung im Showroom von KANZLSPERGER in Ortenburg ging es am 18. und 19. September 2026 darum, diese Neugier mit einem nachvollziehbaren Vorgehen zu verbinden: Wie komme ich von einer Beobachtung zu einer gezielten Intervention – und wie überprüfe ich deren unmittelbare Wirkung?
Elf Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Physiotherapie und Ergotherapie waren dabei. Anderthalb Tage lang haben wir uns mit angewandter Neurofunktion beschäftigt, Zusammenhänge besprochen und praktisch ausprobiert. Nach der ersten Schulung im September 2025 durfte ich hier zum zweiten Mal unterrichten. Darüber habe ich mich sehr gefreut.
Die Schulung auf einen BlickThema: Neurozentriertes Training und Therapie
Termin: 18. und 19. September 2026 · 1,5 Tage
Ort: Showroom KANZLSPERGER, Kamm 13, Ortenburg
Teilnehmende: 11 Fachpersonen aus Physiotherapie und Ergotherapie
Referent: Tino Both, zertifizierter Z-Health Master Practitioner
Termin: 18. und 19. September 2026 · 1,5 Tage
Ort: Showroom KANZLSPERGER, Kamm 13, Ortenburg
Teilnehmende: 11 Fachpersonen aus Physiotherapie und Ergotherapie
Referent: Tino Both, zertifizierter Z-Health Master Practitioner
Der Schwerpunkt: vom Assessment zur passenden Intervention
Wer therapeutisch arbeitet, kennt viele Übungen und Methoden. Die entscheidende Frage im Alltag lautet häufig: Welche davon passt jetzt zu diesem Menschen und seiner konkreten Aufgabe? Genau hier sollte die Schulung Orientierung geben.
Mein Ziel war ein roter Faden, der zwei Richtungen verbindet. Einerseits können Assessments – also strukturierte Funktionsprüfungen – Hinweise für die Auswahl einer Intervention liefern. Andererseits lässt sich eine bereits bekannte Übung oder Methode mit neurozentrierten Tests auf ihre unmittelbare Wirkung überprüfen. Der Ansatz soll vorhandenes Fachwissen ergänzen und Entscheidungen nachvollziehbarer machen.
Vom Anliegen zum überprüfbaren VersuchEine konkrete Zielhandlung auswählen → lokal einschätzen und das Gesamtbild ergänzen → einen passenden Ansatz wählen → Ausgangswerte erfassen → einen gezielten Reiz setzen → dieselben Tests wiederholen und das Ergebnis einordnen.
Dabei zählt nicht nur der auffälligste Einzeltest. Beweglichkeit, Gleichgewicht oder Koordination können unterschiedlich reagieren. Verbessert sich eine Aufgabe, während eine andere schwerer wird, gehört beides in die Bewertung. Auch ein neutrales Ergebnis hilft bei der Entscheidung, ob eine Variante verändert oder ein anderer Zugang gewählt werden sollte.
Was wir in der Schulung miteinander verbunden haben
Die vier Übersichtsseiten zum Kurs bilden eine Landkarte: Bewegung verstehen, einen Einstieg finden, beteiligte Systeme betrachten und daraus Bewegung weiterentwickeln. Sie sollen helfen, die vielen einzelnen Inhalte in einen Zusammenhang zu bringen.
Bewegung und Wahrnehmung zusammen betrachtenWir haben uns damit beschäftigt, wie Sinnesinformationen, Erfahrungen und Erwartungen die Bewegungssteuerung mitprägen. Dazu gehörten vorausschauende Stabilisierung, laufende Rückmeldung und die Frage, wie Schmerzen und Schutzreaktionen in die Betrachtung einbezogen werden können.
Sehen, Gleichgewicht und Körperwahrnehmung praktisch prüfenBlicksteuerung, peripheres Wahrnehmen, Orientierung bei Kopfbewegungen und das Erkennen von Gelenkstellungen waren wichtige Themen. Hinzu kamen Koordination und akustische Orientierung. Entscheidend war jeweils: Was fällt auf, welchen Zugang wählen wir und wie vergleichen wir anschließend?
Aus einer Veränderung sinnvolles Üben entwickelnWeitere Inhalte waren nervenbezogene Bewegungsansätze, Bewegungskopplungen, Muskelspannung sowie Aufgaben und Rückmeldungen, die das Üben unterstützen können. Eine Übung lässt sich zum Beispiel über Tempo, Bewegungsumfang, Ausgangsposition oder zusätzliche Anforderungen verändern. Der nächste Schritt soll zur beobachteten Reaktion und zur Person passen.
Ein Aha-Moment: Hören als Zugang zur visuellen Orientierung
Besonders in Erinnerung geblieben ist mir eine praktische Demonstration zur peripheren Wahrnehmung. Bei einer Person gelang es zunächst nicht, im oberen linken Bereich die Anzahl der gezeigten Finger zu erkennen. Anschließend arbeiteten wir an der akustischen Orientierung. Bei der erneuten Prüfung gelang das Erkennen in diesem Bereich deutlich besser.
Der Gedanke dahinter: Für räumliche Orientierung arbeitet das Nervensystem mit Informationen aus verschiedenen Sinnen. Sehen und Hören lassen sich deshalb auch in ihrem Zusammenspiel betrachten. In der Schulung nutzten wir diese neuroanatomische Perspektive, um einen passenden Versuch auszuwählen – statt ausschließlich weitere visuelle Aufgaben anzubieten.
Das war eine unmittelbare Beobachtung innerhalb dieser Übung. Ob und wie sich eine solche Veränderung im Alltag hält, wäre die nächste Frage. Für mich war an diesem Moment besonders wertvoll, dass ein zunächst ungewohnter Zusammenhang praktisch nachvollziehbar wurde.
Die Frage hinter dem Aha-MomentWenn eine Aufgabe schwerfällt: Müssen wir nur genau diese Aufgabe häufiger üben – oder lohnt sich auch der Blick auf eine andere beteiligte Funktion?
Auch für mich gehört Weiterlernen dazu
Für diese zweite Schulung hatte ich mir vorgenommen, den roten Faden noch deutlicher herauszuarbeiten. Gleichzeitig möchte ich möglichst viel von dem vermitteln, was dieses Themenfeld zu bieten hat. Ich möchte einen Überblick geben, Zusammenhänge öffnen und Lust darauf machen, genauer hinzuschauen.
Diese beiden Ansprüche unter einen Hut zu bringen, ist bei einem so komplexen Thema nicht immer einfach. Wie viel Überblick hilft? Wo braucht es mehr Wiederholung, ein weiteres Beispiel oder mehr Zeit für die praktische Umsetzung? Dazu habe ich wertvolles Feedback erhalten, das ich für eine nächste Durchführung mitnehme.
Mein Anspruch bleibt, viel Wissen zugänglich zu machen. Die Aufgabe für mich ist, es so zu ordnen, dass neben den spannenden Möglichkeiten ein klarer Einstieg für den eigenen Arbeitsalltag bleibt.
Danke für Fragen, Mitmachen und Austausch
Ein großes Dankeschön geht an Anita für die Betreuung und Organisation der Schulung, an KANZLSPERGER und ARTZT für das Ermöglichen und die Unterstützung – und an alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer für ihre Fragen, das interessierte Ausprobieren und den Austausch.
Mich freut besonders, dass die Aha-Momente gelungen sind: mitzuerleben, wie schnell sich eine Funktion bei einem passenden Reiz verändern kann, und daraus neue Fragen für die eigene Praxis mitzunehmen. Genau diese Verbindung aus Neugier und überprüfbarem Vorgehen möchte ich mit meinen Schulungen vermitteln.
Neurozentrierte Ansätze für dein Team kennenlernenDu arbeitest in einer Praxis oder Einrichtung und möchtest solche Zusammenhänge gemeinsam mit deinem Team praktisch erkunden? Melde dich gern bei mir. Wir können besprechen, welche Themen und welches Schulungsformat zu eurem Arbeitsalltag passen. Hier findest du die Kontaktmöglichkeiten.